Verlegung von Stolpersteinen in Regensburg mit den Schülersprechern und Frau Müller-Sperl


Geht man mit offenen Augen durch Regensburg, begegnet man immer wieder diesen goldenen „Stolpersteinen“. Name, Geburtsjahr und Todestag stehen für einen Menschen, der genau an diesem Ort lebte.

Viele Stolpersteine hat die Stolperstein-Initiative des Evangelischen Bildungswerkes

Regensburg in den vergangenen neun Jahren bereits verlegt.

Am Dienstag und Mittwoch (2./3.April 2019)  kamen weitere Stolpersteine, die an jüdische NS-Opfer erinnern, hinzu.

 

Gedenken im Vorbeigehen

Beim Stolperstein-Projekt handelt es sich um ein vom Kölner Künstler Gunter Demnig initiiertes Projekt, bei dem 10 x 10 cm große, mit einer gravierten Messingplatte versehene Steine an die ermordeten NS-Opfer, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und Euthanasie-Opfer erinnern. Eine Gruppe von etwa 20 Personen, die sich unter dem Dach des Evangelischen Bildungswerkes Regensburg e.V. (EBW) zusammengefunden haben, ist seit dem Jahr 2006 bemüht, die Verlegung von Stolpersteinen auch im öffentlichen Raum Regensburgs zu ermöglichen. Jeder Stein wird von Hand gefertigt und graviert. „Hier wohnte“, der Name, das Geburtsdatum, Datum und Ort des Todes – viel mehr steht nicht auf

den Steinen. „Oft stehen Menschen vor den Steinen, wenn sie einen oder mehrere der ins Pflaster eingelassenen Messingplatten entdecken. Sie senken das Haupt um zu lesen, verneigen sich so vor dem Opfer, gedenken dessen Schicksal und das NS-Opfer wird dem Vergessen entrissen“, sagt Dieter Weber, Leiter des Arbeitskreises.

 

Wir waren dieses Mal dabei, es begann in der Buchenstraße 4. Auf dem Stolperstein steht:

Hier wohnte Richard Hupfer, Jg. 1912, eingewiesen 1930, Heilanstalt Karthaus-Prüll., verlegt 8.6.1941 Hartheim, ermordet 8.6.1941 Aktion TA

Unser Weg führte uns weiter in die Prüfeningerstraße 19. Dort wohnte Anna Prugg. Die Geschichte von Anna erzählten uns ihre Enkel. Sie wurde 1944 deportiert und am 6.10.1944 in Auschwitz ermordet.

Vor der neuen Synagoge wurde anschließend eine Stolperschwelle verlegt. Von hier aus wurden 31 Menschen zwangseinquartiert, am 23.09.1942 deportiert nach Theresienstadt und in Auschwitz ermordet.

Zu jedem Stein legten Angehörige Rosen und Uli Teichmann spielte besinnliche Musikstücke. Wir waren sehr betroffen und möchten nun organisieren, dass wir eine Patenschaft für einen Stolperstein übernehmen.

 
Monika Müller-Sperl, Sophia Allkofer, Maximilian Riepl