Zwei Schüler schlagen wie wild mit Poolnudeln aufeinander ein. Um sie herum stehen zahlreiche 7.-Klässler, die mal den einen und mal den anderen anfeuern. Plötzlich verändert sich die Situation: Die "Schaulustigen" und "Anfeuerer" drehen sich um und gehen weg. Ratlos blicken sich die "Streithähne" um. Die Kampfeslust findet ein jähes Ende.

In der Reflexion zu dem Rollenspiel äußerten sich Klassenkameraden und die beauftragten "Streithähne" zu dieser Situation. Moderiert wurde das Ganze vom Lehrer Axel Hermannsdorfer und der Sozialpädagogin Anika Baumeister. Man hatte sich "ermutigt" gefühlt, wenn man persönlich angefeuert wurde, räumte einer der beiden "Schläger" ein. Zudem hatte der Kreis aus Schaulustigen keinem der beiden Streiter eine Chance gegeben, die Situation zu verlassen. Erstaunt zeigten sich die Zuschauer darüber, wie viel Einfluss die Herumstehenden auf die Intensität des Kampfes hatten. Für die Zukunft weiß diese 7. Klasse dank des zweitägigen Kurses "Pack ma's", wie sie sich bei Raufereien auf dem Schulhof zu verhalten hat.

Herr Hermannsdorfer und Frau Baumeister hatten sich von Polizisten zu "Pack ma's"-Moderatoren ausbilden lassen. Jede 7. Klasse erarbeitet in einem zweitätigen Kurs Themen wie Vertrauen, Zivilcourage, Gemeinschaft und Gewalt.  Die Schüler werden in Rollenspielen mit unterschiedlichsten  Situationen konfrontiert, in der Nachschau wird das spontane Verhalten der Rollenspieler analysiert. Daraus ergeben sich Handlungsmöglichkeiten für die Schüler, die für mehr Zivilcourage, für ein höheres Maß an vorausschauendem Handeln und für mehr Sozialkompetenz sorgen soll. Die Erkenntnisse der beiden Tage werden zudem in Leitzielen für das Klassenzimmer und – im Kleinformat – auch für jeden Einzelnen verewigt.

Auch in diesem Jahr wurde das Projekt bei allen 7. Klassen durchgeführt.

Axel Hermannsdorfer, Maresa Zehender-Pemsel