Berlin-Fahrt der Klassen 10b und 10c vom 23.10. bis 27.10. 2023 

Es gab viele positive Hoffnungen und Erwartungen vor der Abfahrt mit dem Reisebus, nachdem sich derartige Abschlussfahrten bereits im letzten Schuljahr und in diesem Schuljahr bei den Klassen 10a und 10d bewährt hatten. Viele kannten die Stadt nur aus den Medien und waren selbst noch nie live vor Ort. Insbesondere Frau Krause hatte diese Fahrt von langer Hand zeitaufwändig geplant. Als weitere verantwortliche Lehrkräfte begleiteten Frau Prommesberger, Frau Juraschko und Herr Graber die Berlinfahrt. 

Unsere gute Laune hielt die gesamte Zeit über an, auch wenn nicht immer alles lief wie geplant: „Dit is Berlin!“ So starteten wir über eine unübliche Autobahn-Route samt Busfahrerwechsel, was am Anreisetag das Programm etwas durcheinanderwarf. 

Der Besuch im ehemaligen DDR-Gefängnis Hohenschönhausen war beklemmend und beeindruckend gleichermaßen. Zwei äußerst kompetente Zeitzeugen führten über das Gelände und durch Gebäudeteile. Die vielen Informationen beim Rundgang ließen die Schrecken des DDR-Regimes deutlich werden. 

Nach dem Einchecken im Hotel am Abend eröffnete sich ein großartiger Blick Richtung Westen samt Fernsehturm im Hintergrund. Ein spontan durchgeführtes Pizzaessen stärkte den Zusammenhalt und stimmte auf die Hauptstadt Berlin ein, in der man immer flexibel sein sollte. 

Bei einer „Biographie-Tour“ mit zwei interessanten Zeitzeugen aus der ehemaligen DDR an der Bernauer Straße wurden Alltag, Probleme und Fluchtversuche im getrennten Berlin offensichtlich. Neben den Zeitzeugen war auch der von oben zu sehende Überrest eines Teils vom sogenannten „Todesstreifen“ besonders eindrücklich. 

Viele Einblicke zur Geschichte des Reichstagsgebäudes und in politische Prozesse des Parlamentsbetriebs gewannen wir bei einer Führung durch den Deutschen Bundestag. Hier blickten wir von der Besuchertribüne aus ins Plenum. Allerdings war dieses politisch verwaist, weil in dieser Zeit keine Sitzungswoche stattfand. 

Optisch beeindruckend war ferner der Potsdamer Platz mit moderner Architektur und Panoramapunkt samt Blick über Berlin. Als gelungen empfanden viele ein gemeinsames Abendessen im berühmten Hard-Rock-Café und den anschließenden Spaziergang im ehemaligen Zentrum von Berlin (West) mit der von innen beleuchteten Gedächtniskirche. 

Die „Klassiker“ einer typischen Berlin-Fahrt durften natürlich nicht fehlen: Stadterkundungen mit dem eigenen Bus, einem Schiff auf der Spree und zu Fuß, unter anderem in Form einer digital gestalteten Stadtrallye: Das Brandenburger Tor, die Hackeschen Höfe und die Gedenkstätte zur Erinnerung an die ermordeten Menschen mit jüdischer Religion werden hier sicherlich im Gedächtnis bleiben. 

Sowohl Gedenkstättenarbeit als auch die Museumsarbeit waren ferner Anliegen dieser Fahrt. Neben der Besichtigung des so genannten „Tränenpalasts“, dem ehemaligen zentralen Grenzübergang zwischen West und Ost und dem optisch gut aufbereiteten DDR-Museum begegneten viele Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal moderner Kunst in echter Form vor Ort. Sowohl Gerhard Richters Malerei als auch Kunstwerke namens „Spiegel“, „Spiegel rot“ und „Spiegel grau“ sorgten hierbei für Überraschungseffekte. 

Unterhaltung und Spaß dienten immer wieder als Kontrast zum Tagesprogramm. Unter anderem ein Kinobesuch des ansprechenden Films „Ein nasser Hund“ mit Berlin- und Jugendbezug bot bei der Heimfahrt ins Hotel Gesprächsanlässe. Insgesamt fanden auch viele Fahrten mit der U-Bahn und Trambahn in den östlich Bezirk Lichtenfeld statt, in dem unser Hotel beheimatet war. Sehr lecker war für viele auch ein schmackhaftes Essen mit anschließendem Bowlingwettbewerb im Stadtteil Marzahn als gemeinsame Abschlussveranstaltung. 

Wegen des frühen Aufstehens am Abreisetag und umfangreicher Eindrücke und Erlebnisse waren viele bei der Heimfahrt im Reisebus müde. Aber es waren am Ende unserer Bildungsfahrt auch alle reicher an Wissen, Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen. 

Gr, JB, KS, Pro 

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